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Urania: Fünfzig mal durch die Milchstraße – und zurück?

Prof. Mettenleiter im Gespräch

Wenn man alle Viren der Erde aneinanderreihen würde, ergäbe das eine Kette, die fünfzig mal durch die Milchstraße reicht. Mit diesem ebenso verblüffenden wie einprägsamen Bild eröffnete Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Thomas C. Mettenleiter am 21. Januar 2026 die erste Veranstaltung der neu belebten Urania-Reihe in Neuenkirchen. Rund 100 Interessierte aus Neuenkirchen und den umliegenden Gemeinden waren in den Feuerwehrsaal gekommen, um mehr über jene unsichtbaren Akteure zu erfahren, die unser Leben weit stärker prägen, als vielen bewusst ist.

Mettenleiter, langjähriger Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems, spannte einen weiten Bogen: von der evolutionären Rolle der Viren über ihre Bedeutung für globale Stoffkreisläufe bis hin zu ihrer tiefen Verankerung in unserem eigenen Erbgut. Etwa die Hälfte des menschlichen Genoms, so erläuterte er, geht auf virale Ursprünge zurück. Viren sind damit nicht nur Krankheitserreger, sondern zugleich Motoren biologischer Entwicklung und unverzichtbarer Bestandteil der Biosphäre.

Gleichwohl blieb auch die „dunkle Seite“ der Viren präsent. Die Erfahrungen der Corona-Pandemie wirken nach, und historische wie aktuelle Ausbrüche zeigen, dass neue Infektionsgeschehen jederzeit möglich sind. In der lebhaften Diskussion wurden daher auch Fragen zur Vogelgrippe, zu Präventionsstrategien und zur Rolle von Impfungen aufgegriffen. Der Abend machte deutlich, wie essenziell wissenschaftlich fundierte Informationen für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitskrisen sind.

Mit der Veranstaltung knüpft „Wir-in-17498Neuenkirchen“ an die Tradition der Urania an und schafft ein Forum für fundierte, allgemeinverständliche Wissenschaft. Dass dieser Auftakt so gelungen war, ist dem ehrenamtlichen Engagement vieler Beteiligter sowie der Unterstützung durch die Gemeinde zu verdanken.

Die Spendenbereitschaft der Besucherinnen und Besucher setzte zudem ein konkretes Zeichen: Für den Erhalt des Pfarrhauses konnten 401,20 Euro an den Glockenverein Neuenkirchen übergeben werden. Ein gelungener Abend also – erkenntnisreich, diskussionsfreudig und getragen vom gemeinsamen Interesse an Zukunftsfragen, die auch vor Ort von Bedeutung sind.